WG-Bewohner: Nashornkäfer

10.14.2021

Käfährlich!

Beim Anblick des Nashornkäfers (Oryctes nasicornis) weiß man gleich Bescheid! Die Männchen vom Nashornkäfer tragen ein nach hinten gebogenes Horn auf dem Kopf, um Artgenossen in die Flucht im Kampf um das Weibchen zu schlagen.

Dieses Exemplar fand ich in einem Habitatbaum gemeinsam mit einem Weibchen und dem Nebenbuhler.

Nashornkäfer Männchen

Nashornkäfer Männchen

Männliche Exemplare wie das hier oben im Bild sind ungefähr so groß wie ein rechteckiger Legostein (3cm). Das Horn kann bis zu 1 cm lang werden.

Nashornkäfer Weibchen

Nashornkäfer Weibchen

Die Weibchen sind etwas größer und passen neben ein Teelicht (4cm).
Bei ihnen ist das Horn nur leicht angedeutet zu sehen.

Als Käfermütter sind sie seeehr anspruchsvoll und legen ihre Eier nicht überall ab. Vor allem kuschelig warm sollte es sein, denn die Käfer und ihre Larven mögen das sehr gerne.
Das Fachwort dafür ist Thermophilie (von altgriechisch θερμός thermós „warm“ sowie φίλος phílos „liebend“).
Ist ein Garten ökologisch bewirtschaftet, kann es sein, dass man Larven, sog. Engerlinge (Größe ca. 12 cm), auch im heimischen Kompost findet. Ursprünglich waren die Käfer in Laubbaumbeständen mit hohem Totholzanteil verstärkt anzutreffen, haben sich aber gut an die Nähe zum Menschen gewöhnt.

Das Leben vom Nashornkäfer

Die Krux, warum der Käfer nicht mehr allzu oft zu finden ist, liegt wie so oft in der Bedrohung seines Lebensraumes, denn er mag zersetztes Substrat im Inneren von alten Bäumen sehr gerne. Doch derartige Bäume werden häufig aus einem übersteigerten Ordnungsempfingen einfach beseitigt.

Hat sich das Weibchen für ein Männchen entschieden, werden irgendwann im Laufe des Sommers die Eier abgelegt. Danach durchläuft die Larve 3 Larvenstadien. Das bedeutet, dass die Engerlinge immer größer werden, während sie sich von Mulm oder nährstoffreichen Pflanzenteilen im Inneren des Baumes oder dem Kompost ernähren.

Die „fertigen“ Käfer brauchen ungefähr 2-5 Jahre bis sie schlüpfen ab dem Moment der Eiablage.

Falls das Zuhause, z. B. der Baum in der Zwischenzeit gefällt werden sollte, ohne dass man ihn vorher auf derlei wichtige Lebensraumstätten untersucht hat, ist die komplette Brut des Weibchens verloren.

Falls die fertigen Käfer schlüpfen, weil sie das Glück hatten in einem erkennbaren Habitatbaum aufzuwachsen, haben sie mehrere Wochen Zeit sich einen Partner, bzw. eine Partnerin zu suchen und dann geht der Kreislauf wieder von vorne los.

In diesem Eschen-Ahorn haben sie die besten Chancen und ich war sehr glücklich ihn entdeckt zu haben!
Darum ist es so wichtig auf Habitatbäume aufmerksam zu machen…hier könnten gefährdete Arten leben.
Fehlt nur noch ein Schild, damit sie auch JEDER erkennen…und schützen kann!

 

WG-Bewohner: Goldglänzender Rosenkäfer

07.22.2021

Sicherlich hat ihn jeder von uns schon einmal gesehen und auch der Award der ihm im Jahre 2000 verliehen wurde, Insekt des Jahres, hat bestimmt zu seiner Popularität beigetragen:
Der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata).

Mit seiner schillernden Optik begeistert er Groß und Klein und auch ich finde ihn unfassbar einnehmend, weswegen der des Öfteren vor meiner Linse landet.

Die Färbung bei den Rosenkäfern ist sehr variabel und er kann mit einer Größe von 14-20mm in vielen metallischen Farben leuchten.

Die großen Käfer (Imagines) fliegen von April bis September, doch was kaum Jemand weiß und wo jetzt unser Habitatbaum ins Spiel kommt: Sie legen ihre Eier an Orten ab, die der heranwachsenden Brut genügend Nahrung bieten, wie z.B. mürbem und eiweißhaltig gewordenem Holz.

Diesen Vorgang bekommt man selten mit. Oder wie oft trifft man einen Käfer bei der Eiablage?!  
Leider entsteht so das Bild, als seien die Käfer 24/7 auf den Wiesen und im Garten zugange. Das wichtigste Detail im Zyklus ist oft nicht bekannt, nämlich dass die Brut wo ganz anders anzutreffen ist.

Aus den Eiern des Goldglänzenden Rosenkäfers schlüpfen Junglarven aus diesen werden Engerlinge die sich im Mulm alter Bäume oder auch in Humuserde vom Kompost sattessen und so eine Entwicklungsdauer von 1-2 Jahren durchlaufen, bis aus ihnen Käfer werden.

 

Auch bei der Nahrung greifen die Käfer gerne auf die Säfte aus alten Bäumen zurück. Man sieht sie daher auch an Baumrinden sitzend, die Flüssigkeiten ablecken, die im Zuge von Wachstumsrissen oder Rindenschäden entstehen.

Übrigens sind sie keine Schädlinge, sondern als Blütenbestäuber und Humusbilder eher das Gegenteil - ein wertvoller Teil des Ökosystems.

Mehrwert durch mehr Information!

02.17.2021

Dieser Blog dient dazu, Mehrwert zu generieren…
Dazu brauche ich allerdings auch Ihre Mithilfe, denn ich würde gerne gezielt auf Interessenkonflikte antworten.
Was sind ihre Schwerpunktthemen vor Ort und welche Probleme ergeben sich an den Schnittstellen Bürger-Kommune-Baum-Naturschutz?

Meine Intention wird es in Zukunft sein, hier Artikel zu veröffentlichen, die konkrete Themen beleuchten und mit aktuellen Studienergebnissen und meinen Erfahrungen aus Bürgerversammlungen, Gemeinderatssitzungen und Bauausschüssen darauf einzugehen.

Schreiben Sie mir gerne über die Kontaktseite, was Sie beschäftigt, oder wofür Sie eine Lösung im Interessenstreit suchen und ich generiere einen Artikel daraus.

Es würde mich freuen!

Ihre Baumexpertin

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